Bleib mal stehen

Hey, Du! Ja dich meine ich! Du bist aber schnell unterwegs. Wo willst du hin? Magst du mir von deiner Reise erzählen?
Bleib mal stehen. Wir schauen uns deine Ausrüstung an. Muss etwas repariert werden? Wie ist es mit deinem Körper? Vielleicht brauchst du eine Fußmassage? Sieh dich währenddessen um. Wie weit bist du bereits gekommen? Wie ist die Aussicht? Manche quälen sich ja einen Weg entlang und bestrafen sich damit etwas weil sie scheinbar Schuld angesammelt haben auf dem Weg. Oh ja… das kenne ich…. Du bist jemand anderes geworden auf dem Weg. Kein Grund alles an dir zu bestrafen. Angst, Scham und Schuld. Die drei dunklen Wegbegleiter… die kenne ich gut. Höre ihnen nicht zu wenn sie dir Geschichten erzählen über dich. Sie sind nicht wahr. Halte inne denn im jetzigen Moment zeigt sich wie unwahr alles ist. Aber abgelenkt von allen Einflüssen und auf dem Weg voller Stress und Terminen kann man solchen Geschichten leicht Glauben schenken.
Halte inne. Geh vom ausgebenden Zustand in den ernährenden Zustand. Man kann nicht immer nur geben. Manchmal ist eine Pause etwas, das zum Weg gehört. Du verpasst nichts wenn du nach innen schaust. Im Gegenteil! Warum läufst du denn so schnell? Weißt du das denn überhaupt noch? Ist das, was dich antreibt denn wirklich noch dein Motor?
Jetzt, wo du kurz stehengeblieben bist, was kommt hoch? Tut etwas weh? Kommen gar Tränen? Du bist manchmal echt zu hart zu dir. Komm setz dich her. Ich schau mir das mal an. Zeig her deine Angst und die Dinge wofür du dich schämst. Ich kenne das. Hab ich alles selber. Du bist nicht Schuld. Hör auf mit dir so zu reden. Bringe die Dinge wieder in Ordnung. Damals konntest du das nicht. Aber jetzt.
Schau meine Wunden an, meine Narben. Es ist ok jetzt. Zieh die Schuhe aus ich zeige dir wie man die Wunden versorgt. Tut gut oder? Hast dir lange keine Pause mehr erlaubt. Ja du bist stark. Keine Frage. Eine Pause macht dich nicht schwach. Und hab keine Angst schwach zu sein. Niemand ist immer nur stark. Nein auch deine Vorbilder nicht. Ich merke wie dein Geist schon wieder aufstehen will. Weiter will. Bleib noch einen Moment länger. Ich will dir zeigen warum dein Geist so rastlos ist. Sieh in das Wasser. Langsam erkennst du deine Umrisse. Mit der Zeit wird das Bild immer klarer. Dein Geist will manche Dinge nicht mehr sehen. Doch vor dir selbst kannst du nicht weglaufen. Sieh mich an. Ich bin schon eine Zeit hier auf dem Weg. Ich habe es versucht. Doch wenn es dich einholt fällst du. Daher kommen die meisten meiner Narben.
Ich weiß, du musst weiter.
Es war schön, dich kurz gesprochen zu haben. Hier nimm eine Kanne Tee mit auf den Weg.
Wie ich heiße willst du wissen?
Ich bin der Teil von dir, der angekommen ist.



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