Zwangspause und plötzlich merke ich….

Kennt ihr das?
Ihr seid voller Tatendrang, es haben sich neue Türen geöffnet und es gibt jede Menge zu tun…. Und dann?
Zack irgendwas ist! Verrenkung, Erkältung, etc…. Man fällt aus.
Ich bin ja nicht gerade ein geduldiger Mensch. Sowas trifft mich echt hart. Aber es hat sicher auch einen Zweck. Dieser erschließt sich mir natürlich nicht sofort. Wäre ja sonst keine Lektion. Man wird quasi zu Ruhe gezwungen. Mag ich ja sowas…
Doch in der Ruhe merkt man, dass man eventuell doch nicht so gut für sich selbst gesorgt hat in letzter Zeit wie man sich das oft so vorgelogen hat. Also bei mir ist das so. Also anstatt in die Wälder zu gehen und den Herbst mal so richtig zu erleben war ich zuhause und habe den anstehenden Umzug geplant. Jedes Zimmer bereits im Kopf eingerichtet, die To Do Liste erstellt. Termine geplant und mich erst kurz vor dem schlafen etwas entspannt.
Der Herbst bereitet vor auf die staade Zeit. Die Zeit des inneren Schauens und des sich um sich und andere Sorgens. Der Herbst lehrt loszulassen. Alte Dinge, Glaubenssätze und Gewohnheiten loszulassen. Zu prüfen, was denn auf dem Weg nach vorne noch zu mir gehört und was nicht. Ja, das tut man nicht gerne und meist ist das Ende des Jahres im Job nicht etwas zum runterkommen und ausruhen. Vieles will unbedingt noch erledigt sein und der Jahreswechsel ist meist nur ein Aufhängen des neuen Kalenders.
Wenn man diese Zeit jedoch als Schwelle betrachtet, als Übergang in das Neue dann erscheinen unsere Handlungen in dieser Zeit doch eher grotesk. Wir hetzen von Halloween gleich in die Adventszeit und dann kommt da auch schon Silvester. Und zwischendrin versuchen wir es allen recht zu machen. Allen nur nicht uns.
Was wäre schlimm daran wenn wir jetzt einen Gang zurückschalten? Alles nur ein kleines bisschen langsamer als sonst zu machen? Ich meine die Arbeit wird gemacht aber eben anders. Was wäre wenn wir den Abend etwas anders gestalten würden? Es wird wieder früh dunkel, es wird kälter und wir genießen unser Heim viel zu wenig. Ist euch wirklich bewusst wie gut ihr es habt? Ein Haus oder eine Wohnung, eine mehr oder weniger intakte Familie, Freunde und genug zu essen. Es sollte kein Streitpunkt sein, was auf den Tisch kommt während andere nichts oder sehr sehr wenig haben. Wir sind nicht mehr dankbar wenn wir im Stress sind. Überhaupt sind wir immer mehr unfair und eher weniger liebevoll wenn wir dauernd nur hetzten. Und zum Ende haben wir es eh nie allen recht machen können und sitzen jetzt auch noch krank zu Hause und fühlen uns nutzlos.
Ziemlich bedenkliche Entwicklung wenn man es mal aus einer anderen Perspektive betrachtet.
Diese Zeit ist da, um den Akku aufzufüllen, sich zu umsorgen. Andere zu umsorgen. Wir sind mehr als nur Arbeit. Wir sind Eltern, Geschwister, Freunde und noch so viel mehr. Als solche verhalten wir uns aber erst wenn Zeit dafür ist, oder? Und wann bitte ist die?
Ohne Yin kein Yang. Ohne Pause und Regeneration kein Vollgas. Es genügt nicht sich zwischen Silvester und Neujahr auszuruhen. Wir müssen früher beginnen. Langsamer machen. Prioritäten endlich mal richtig setzen. Für uns da sein. Das kommt sonst echt zu kurz.
Ich werde es dieses Jahr anders machen. Mich bewusst vorbereiten und ein paar Dinge endlich mal richtig machen. Das Leben ist kurz und wir rennen nur so durchs Leben. Am Ende hätten wir gerne mehr Zeit gehabt. Für uns, für unsere Träume und für unsere Lieben. Nun, wir haben die Zeit. Wir nutzen sie nur nicht dafür.
Zeit ist ein besonderes Geschenk. So wie ungeteilte Aufmerksamkeit.
Wenn man sich ganz ehrlich ist dann sind einem nur andere Dinge gerade wichtiger. Nur noch das schnell dann hab ich Zeit. Ja…ne! Wir tun das ja nicht aus Bosheit aber weil wir im Dauerstress nicht mehr klar denken und klar sehen, was oder auch wer wirklich wichtig ist.
Memento mori!
Es kann bereits morgen zu spät sein. Deshalb nutze eine Pause und steig dabei auch echt mal aus dem Hamsterrad aus und sieh dich um. Sieh dich und dein Leben genau an. Nur für ein paar Minuten.
Just saying…..



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