Was ich über Rückschläge und Scheitern erst spät gelernt habe
- Alex Liesen
- vor 5 Tagen
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Aktualisiert: vor 4 Tagen
Keiner steht neben dir und applaudiert wenn was nicht funktioniert oder du nicht bekommst, was du dir so sehr gewünscht hast. Das ist Fakt.
Schon früh lernt man im Leben, dass Erfolg toll ist und wie sich das Verlieren anfühlt. Alle sind da und freuen sich mit dir wenn du auf dem Siegertreppchen stehst und meiden dich wenn du Fehler machst oder etwas einfach nicht hinbekommst. Wenn man nicht aufpasst beginnt man vielleicht nur um gemocht, akzeptiert und bewundert zu werden nicht mehr seinen eigenen Weg zu gehen.
Denn nicht allen gefällt, was dir gefällt. Nicht alle brennen wofür du brennst. Selbst du änderst dich im Laufe des Lebens und findest auf einmal Dinge gut, die du früher niemals tun wolltest.
Ich hätte gerne viel früher verstanden, dass es darauf ankommt wer du bist. Genauer gesagt wer du in deinem Kopf bist und wer du werden willst. Also das Bild, das du von dir selbst hast und die Träume in deinem Herzen. Ja, in deinem Herzen und nicht in deinem Kopf, denn der trifft rückblickend auf mein Leben keine Entscheidungen für mich sondern nur für Sicherheit und Komfort. Er sagt mir sehr gut wie ich etwas erreichen kann aber das Ziel selbst kann das Herz wesentlich besser bestimmen.
Früher dachte ich immer, dass das Bild ja geprägt wird von deinem Umfeld. Also deinen Freunden, deiner Arbeit und deinen Hobbies. Also, dass das bestimmen würde wer du bist und dass das Ziel sei immer besser in dieses Bild zu passen. Dass man dann seinen Weg gefunden habe und der Erfolg sei sich bestmöglich anzupassen und man dann glücklich werden würde. Hat man ja auch so gelernt und bei den Eltern etc. gesehen. Es ist aber umgekehrt. Der, der du bist bestimmt dein Umfeld und deine Realität. Nicht der, der du sein willst (mit dem Kopf) und ganz sicher nicht der, den andere gerne hätten.
Was alles in dir steckt ist wirklich Wahnsinn. Wir nutzen davon nur einen lächerlichen Teil. Aber einen sicheren Teil. Wir haben große Träume aber messen sie an der Realität anstatt umgekehrt. Wir verlieren sie weil zu viele Leute die Köpfe schütteln wenn wir ihnen nachjagen und wir zu spät erkennen wie wenig unsere Träume mit der Meinung anderer zu tun haben.
Menschen mit ähnlichen Macken wie deine lachen nicht über deine Träume weil sie sie für ebenso erreichbar halten wie du. Träume scheitern oft nicht am Können oder der Kraft des einzelnen sondern am Glauben. Was glaube ich zu sein? Wozu glaube ich bin ich fähig und wer kann ich werden? Der Held in meiner Geschichte oder der Knappe in der Geschichte eines anderen?
Wenn ich nun wirklich große Träume leben möchte kann das unmöglich leicht sein. Große Träume sind meist weit von der derzeitigen Realität entfernt. Noch. Sie lässt sich ja verändern aber nicht schnell und nicht einfach. Scheitern, Zweifel sowie Rückschläge gehören da einfach dazu. Es geht nicht anders. Es kommt nur darauf an wie ich damit umgehe. Sehe ich nur den Misserfolg und verliere meinen Traum aus den Augen? Lass ich von den Meinungen, Perspektiven und Potentialen anderer bestimmen was möglich ist für mich oder glaube ich an mich und was in mir steckt?
Klar ist es nicht schön zu scheitern und es ist menschlich dabei etwas zu fühlen. Das sollte man auch tun. Bewusst am besten. Aber im Sinne von: was fühle ich jetzt? Was ist es wirklich? Bin ich traurig? Oder werde ich jetzt nur nicht gesehen? Fühle ich mich jetzt klein? Bleibt eine positive Reaktion aus meinem Umfeld aus und ich bin jetzt bockig? Keine angenehmen Fragen aber welche, die dich weiterbringen können. Ich wünschte ich hätte früh gelernt wie man mit Emotionen umgehen kann. Wie man sie zulässt, kanalisieren und transformieren kann ohne sich bewusst oder unbewusst zu bestrafen und zu schaden, wie man es gesehen und gelernt hat. Das Bild, das ich jetzt von mir habe reagiert anders als das Kind, das ich war. Trotzdem bekomme ich dauernd Impulse von diesem Kind. Man kann viel von diesem Kind lernen aber ich behalte die Kontrolle und gebe sie nicht mehr ab. Emotionen und Erwartungen anderer haben einen neuen Stellenwert bekommen und meine Träume dürfen verrückt sein. Nein, sie müssen es sogar! Meine Realität ändert sich nicht dadurch der Norm zu entsprechen. Inzwischen ist es eher normal, dass Leute den Kopf schütteln. Ich sehe morgens in den Spiegel und mir gefällt was und vor allem wen ich da sehe. Das war nicht immer so. Eigentlich sehr selten. Ich bin noch lange nicht da, wo ich sein will aber ich bin auf einem guten Weg. Deshalb, weil ich Fehler mache. Weil nicht alles sofort klappt. Weil ich gezwungen bin an mir und meinem Traum zu arbeiten und weil ich gezwungen werde an mich und mein Potential zu glauben. Mir gefällt die Reise, auf der ich jetzt bin und deshalb kann ich dankbar sein für jeden Schritt und kann kleine Schritte ebenso feiern wie das Erreichen großer Ziele. Hab keine Angst Fehler zu machen. Hab keine Angst zu scheitern. Manchmal stolpert man auf dem Weg. Manchmal fällt man sogar hin. Aber denke immer daran:
Einen großen Traum zu leben kann unmöglich einfach sein. Ist es einfach, ist der Traum zu klein.




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